Auf 1506 m ü.M. gelegen, ist Bosco Gurin das höchste Dorf im Kanton Tessin. Seine Geschichte beginnt im 13. Jh., als die ersten Walser Siedler von Westen her kommend hier eine neue Bleibe suchten…
Bosco Gurin wurde auf einem zwischeneiszeitlichen Erdrutsch aus der Riss-Würm Epoche (vor ca. 150’000 Jahren) errichtet. Das Gebiet zeichnet sich durch die große Vielfalt des geologischen Substrats aus…
Das Gebiet von Bosco Gurin ist geprägt vom insubrischen, alpinen Klima, das sich auszeichnet durch trockene, sonnige Winter, in denen nicht selten der Nordwind weht und sich der Frost nur an wenigen Tagen einstellt. Im Herbst und im Frühling regnet es reichlich, während der Sommer meist sonnig ist und nur durch manchmal heftige Gewitter getrübt wird…
Längs des Pfades, der von Bosco Gurin zu den Alpenseen Pero und Poma führt, wachsen beim Übergang vom Wald zu den Wiesen überaus interessante Pflanzenarten, wie der wunderschöne Türkenbund oder die zarte Kugelorchis…
Auf den Berghöhen kann man Gemsen und Steinböcke beobachten und den typischen Pfiff der Murmeltiere ertönen hören. Zwischen den an den Hängen wachsenden Grasbüscheln ducken sich das Moorschneehuhn und der Schneehase…
Über dem Dorf wächst ein prächtiger Lärchenwald, der je nach Jahreszeit einen wechselnden Rahmen bildet: das leuchtende Grün des Sommers verwandelt sich im Herbst in helles Gold, und weicht im Winter dem weiß-braunen, vom Schnee und den kahlen Ästen gebildeten Mosaik…
Da, wo kein Wald mehr wächst, nämlich oberhalb 2000 m ü.M., haben sich zwischen den Weiden und den Felswänden in den feuchten Mulden Moore und Torfgruben gebildet, in denen einzigartige, jedoch leider bedrohte Tier- und Pflanzenarten heimisch fühlen…