Auf 1506 m ü.M. gelegen, ist Bosco Gurin das höchste Dorf im Kanton Tessin. Seine Geschichte beginnt im 13. Jh., als die ersten Walser Siedler von Westen her kommend hier eine neue Bleibe suchten. In der natürlichen Talmulde von Bosco fanden sie den geeigneten Ort, wo sie ihr Dorf gründeten. Die Leute von Bosco Gurin haben ihre Traditionen und ihre Sprache während all den Jahrhunderten bewahrt, sodass heute noch das “Ggurijnartitsch” im Alltag von den Dorfbewohnern gesprochen wird.
Bezeichnend für die Walser ist ihre Eigenart, sich stets in den höheren Gebieten der Alpen niederzulassen, ohne je ins Tal hinabzusteigen. Dadurch waren sie den Härten und den Gewalten des Hochgebirges ausgesetzt. Dies spiegelt sich in ihrer typischen Bauart wieder (z.B. an den Stadeln oder Gaden sichtbar) sowie in den Legenden und bäuerlichen Traditionen (man denke zum Beispiel an die Volkserzählungen über die “Weltu”, diesen mythischen Gestalten, deren Füße rückwärts gedreht sind). Obwohl die Bevölkerung von Bosco im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts wegen der Auswanderung ständig abgenommen hat, ist es dem Dorf gelungen, durch den Tourismus und die Verwirklichung mutiger Projekte wie des allgemein hochgeschätzten Skiliftbetriebs wieder zu neuem Leben zu erwachen.